Warum du einen Aufsteckblitz brauchst

Aktualisiert am 7. September 2022

Wenn Du mit einer Spiegelreflexkamera fotografierst, sollte Dir dieses Problem bekannt vorkommen: Bei dunklerem Licht schaltest Du den integrierten Blitz ein, um mit einer akzeptablen Verschlusszeit und einer maximal geöffneten Blende fotografieren zu können.

Doch das Resultat ist alles andere als zufriedenstellend: Der Blitz reicht nicht aus oder das Licht des Blitzes trifft nahezu frontal auf die Person oder das Objekt vor Dir.

Es entsteht eine deutlich hervorstechende helle Stelle, während die Umgebung spürbar dunkler ist.

2 Aufsteckblitz und Funkempfänger

Außerdem kann durch den starken Lichteinfall ein Schatten auf dahinterstehende Wände oder Objekte geworfen werden. Wenn Du professionell fotografieren möchtest, solltest Du Dich damit nicht zufriedengeben und Dir stattdessen einen Aufsteckblitz zulegen.

Er kann das Blitzlicht besser verteilen und ist in vielen Situationen optimal einsetzbar. Außerdem ist er leistungsstärker und kann Situation aufhellen, für die der integrierte Blitz zu schwach ist.

Hier kannst Du lesen, warum sich ein externer Blitz auch für Dich lohnen kann und was es beim Kauf zu beachten gibt.

Wozu ist ein Aufsteckblitz eigentlich nötig?

Zum Blitzen gibt es sehr viele Einsatzmöglichkeiten wie zum Beispiel in der Portraitfotografie.

Hier noch eine kleine Liste von weiteren Einsatzmöglichkeiten:
  • Portraitfotografie
  • Makrofotografie
  • Zum Aufhellen, um harte Kontraste zu vermeiden
  • Highspeed Fotografie
  • Bei Events
  • Food Fotografie
  • Produktfotografie
Für Anfänger habe ich hier ein Einfaches Tutorial zum Entfesselt Blitzen geschrieben.

Was ist die Leitzahl eines Blitzes?

Ein Blitz mit einer Leitzahl von 40 haben sie bei ISO 100 und Blende f/8 auf 5 m eine ausreichende Beleuchtung. Man sollte sich bei entsprechenden Berechnungen immer auf ISO 100 beziehen.
Als Blitz-Neuling solltest Du insbesondere auf die Leitzahl des Blitzes achten. Sie gibt die Leistungsfähigkeit des Geräts und damit auch die Reichweite des Lichtes an. Je höher die Leitzahl ist, desto höher ist auch die Blitzleistung.

Formel: L(Leitzahl)= A (Abstand in Meter) x B(Blende)

Eine hohe Leitzahl ist nicht nur für dunklere Situation wichtig, sondern auch um die Kamera flexibel einsetzen zu können.

Denn kann der Blitz die Umgebung ausreichend aufhellen, kannst Du auch die Belichtungszeit oder die Blende verändern, um verschiedene Effekte wie die Tiefenschärfe zu verwirklichen.

Beim Kauf solltest Du neben der Leitzahl darauf achten, wie einfach und wie kleinteilig du manuell die Leistung Deines Blitzes regulieren kannst. Denn Fotografen werden häufig immer experimentierfreudiger, je mehr Erfahrung sie haben.

Dann wollen sie sich nicht mehr nur auf die Automatik verlassen, sondern auch selbst zum Gelingen eines guten Fotos durch Anpassung an den Einstellungen beitragen.

Systemblitz oder Fremdhersteller

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Wenn Du Dich noch nicht mit externen Blitzen auskennst, kann es sinnvoll sein, für den Anfang einen originalen Blitz des Kameraherstellers zu kaufen.

Sie werden als Systemblitz bezeichnet. Systemblitze sind zwar teurer als Zubehörblitze anderer Hersteller, harmonieren dafür aber vollständig mit der Kamera.

So wird Dir einige Arbeit abgenommen und es entstehen ohne große Anpassungen gute Fotos. Der Austausch zwischen Blitz und Kamera erfolgt über die Kontakte, die im Blitzschuh verbaut sind.

Als Blitzschuh bezeichnet man die Vorrichtung an der Kamera, in die der Blitz hineingeschoben wird. Nur wenn die Kontakte tatsächlich miteinander interagieren, können wichtige Informationen ausgetauscht werden.

Dafür muss neben der richtigen Position und Anordnung auch gewährleistet sein, dass Kamera und Blitz dasselbe Protokoll verwenden, sie also die gleiche Sprache sprechen. Das ist bei Blitzen von Fremdhersteller nicht immer zu 100 Prozent gegeben.

Durch die optimale Komptabilität von Systemblitzen ist auch gewährleistet, dass die Blitze die sogenannte TTL Technik (Through the Lense) unterstützen. Das bedeutet, dass auch über das Menü der Kamera der Blitz eingestellt werden kann.

Zum Einstieg eignen sich hier die jeweils günstigsten Modelle der Hersteller.

Blitze von Fremdherstellern sind etwas für erfahrene Fotografen oder experimentierfreudige Neulinge.

Zunächst einmal vorab: Auch sie haben einen Automatikmodus, in dem sie die Lichtstärke in der Umgebung messen und automatisch die Leistung regulieren.

Fremdblitze lassen den Fotografen also nicht ganz alleine. Doch kann der Umfang der weiteren Automatikfunktionen zum Teil sehr stark eingeschränkt sein. Dafür sind sie wesentlich günstiger als die Systemblitze der Kamerahersteller.

Hier eignen sich für den Anfang der K&F Concept® TTL KF-885 Universal Blitz von der Firma K&F Konzept. Er ist für die Geräte aller gängigen Hersteller geeignet.

K&F Concept® TTL KF-885 Universal Blitz Blitzgerät Blitzlicht für Canon und Nikon Kamera mit HSS 1/8000s Masterblitzfunktion Leitzahl 58
  • Dual-Modus–der Blitz ist kompatibel mit Canon und Nikon DSLR Kameras; Leitzahl 58 (bei ISO 100, 180 mm) mit TTL-Blitzbetrieb;
  • High-Speed-Synchronisation bis zu 1/8.000 Sek. ; Große übersichtliche LCD-Anzeige mit klaren und intuitiven Blick;
  • Master/Slave-Betrieb - nicht als Master-, sondern auch als Slave-Flashlight, S1/S2 Modus kann ohne zusätzlicher Blitzauslöser realisieren TTL-Blitzsteuerung realisieren.
  • Sehr schnelle Reaktions- und Wiederaufladezeiten - nur 2,9 Sekunden, perfekt für Schnappschuss
  • Kompatible mit Nikon: D3000,D5000,D3100,D5100,D7000,D800,D40,D40X,D50,D60,D70,D70S,D80,D90,D80S,D200,D300,D300S,D700,D3S,D600; Canon:400D,450D,500D,550D,600D,20D,30D,40D,50D,60D,650D,5D,5D2,5D3,6D,7D,1100D,1000D

Als zweite Zubehörfirma ist der Blitz YN-560 Mark III der Firma Yongnuo zu nennen. K&F Konzept und Yongnuo bieten aber auch Blitzgeräte an, die auf die TTL Technik verschiedener Kamerahersteller optimiert sind.

EACHSHOT Yongnuo YN-560 IV Blitz-Speedlite für Canon Nikon Pentax Olympus DSLR-Kameras
  • Schaltungsentwurf: Insulated Gate Bipolar Transistor (IGBT)
  • Auslösendes Modus: Kamera Set-up, TX, TX, S1, S2
  • Leitzahl: 58 m (ISO 100, 105mm)
  • Zoombereich: 24, 28, 35, 50, 70, 80, 105 mm
  • Flash mode:M, Multi
Das heißt, die Geräte dieser Serie sind in ihren Eigenschaften und ihrer Leistungsfähigkeit identisch und unterscheiden sich lediglich durch die Kontakte, die die Kommunikation mit der Kamera sicherstellen.

Zubehörteile zum Blitzen

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Wenn Du Dir einen externen Blitz kaufst, könnten auch die folgenden Zubehörteile für Dich interessant sein.

Akkus

Schon zu Beginn lohnt es sich, mindestens zwei Sätze Akkus zu erwerben. Die Blitze funktionieren mit handelsüblichen Mignon Akkus. Da das Aufladen der Kondensatoren nach jedem Auslösen des Blitzes viel Strom benötigt, solltest Du auch das passende Ladegerät gleich dazu kaufen.

Am einfachsten sind die Ladegeräte zu handhaben, die Du direkt in die Steckdose stecken kannst. Denn sie bestehen nur aus einem Teil und Du kannst verhindern, das passende Kabel zu verlegen oder zu vergessen, wenn Du mit der Kamera unterwegs bist.

Eine Alternative zu den Akkus sind Powerpacks. Mit ihnen werden die Kondensatoren des Blitzes schneller aufgeladen, so dass er auch wieder schneller einsatzbereit ist. Doch das Powerpack ist teurer als herkömmliche Akkus. Doch der Kauf kann Sicht absolut lohnen, wenn eine schnelle Bildabfolge, beispielsweise bei der Sportfotografie, gewünscht ist.

Aber auch wenn Du ein Powerpack besitzt, solltest Du für den Ernstfall auch noch Ersatzbatterien dabei haben. Ist im Lieferumfang des Blitzes kein Diffusor integriert, solltest Du auch ihn als Zubehör kaufen. Er wird vorne auf den Blitz aufgeschoben und streut durch seine milchige und matte Oberfläche das Licht, so dass es besser verteilt wird und sanfter erscheint.

Neben diesem Zubehör, die sich für jeden Fotografen empfehlen, gibt es natürlich auch noch eine ganze Reihe von Teilen, die je nach Verwendung des Blitzes sinnvoll sind.

Funkauslöser

Dazu zählt beispielsweise ein Funkauslöser für den Blitz. Er ermöglicht Dir, dass Du den Aufsteckblitz auch entfernt von der Kamera nutzen kannst, beispielsweise wenn Du ein Objekt indirekt belichten willst.

Den Blitz zu nutzen, wenn er nicht auf die Kamera aufgesteckt ist, geht zwar auch ohne das Funkmodul, ist aber mit Einschränkungen verbunden. Denn die Kamera und der Blitz können von Haus aus eine Infrarotverbindung aufbauen. Das setzt aber voraus, dass der Blitz frontal zur Kamera steht.

Das Handlungsspektrum ist also sehr stark eingeschränkt. Statt mit einem Funkauslöser kannst Du die Kamera und den Blitz auch mit einem passenden Kabel verbinden.

Blitzstativ

Aber auch hier bist Du nicht so flexibel. Um beim Einsatz des Blitzes vollständig unabhängig von der gegebenen Möglichkeit Deinen Blitz zu positionieren sein willst, lohnt sich auch, über den Kauf eines Stativs nachzudenken.

Damit gelingt es Dir nicht nur, den Blitz an verschiedenen Positionen zu platzieren, sondern auch in verschiedenen Höhen. Das kann für die Reflexion des Blitzes von der Decke sinnvoll sein. Die Profis sprechen vom entfesselten Blitzen, wenn sich der Blitz nicht auf dem Einschub der Kamera befindet.

Indirektes Blitzen für ein weicheres Licht

Fotografierst Du mit einem externen Blitz, dann solltest Du folgende Dinge beachten, damit ein gutes Foto entsteht.

Zunächst solltest Du die Blitzrichtung anpassen. Der Nachteil des eingebauten Blitzes ist, dass er nur eine Blitzposition zulässt – und zwar die frontale direkt auf das Objekt.

Wie oben bereits erklärt, ist das nicht optimal. Um einen schönen Lichtfall zu ermöglichen, solltest Du den Blitz zumindest in seiner vertikalen Ausrichtung anpassen.

Die Hersteller geben verschiedene Einstellungen zwischen dem frontalen und dem nach oben gerichteten Blitzwinkel vor, der Mechanismus zum Verstellen rastet in verschiedenen Positionen ein.

Auch auf der horizontalen Achse, also nach links oder rechts, kannst Du den Blitz schwenken. Damit kannst Du ebenfalls vermeiden, dass das Licht zu intensiv aus einer Richtung auf das Objekt trifft.

Durch die Reflexionen von der im Idealfall weißen Wand oder Decke erscheint das Bild aus zwei Gründen weicher: Zum einen wird es von der hellen Fläche gleichmäßiger zurückgeworfen, zum anderen wird es dadurch bedingt in seiner Intensität abgemildert.

Es entsteht also eine großflächigere Aufhellung des Fotomotivs. Blitzt man die Wand an und nicht das zu fotografiertes Objekt, nennen Fotografen das, indirektes Blitzen. Fotografierst Du im Freien, wo es keine Wände gibt, die das Blitzlicht zurückwerfen könnten, kannst du auch zwei zusätzliche Funktionen nutzen, die die meisten Blitze haben.

Denn sie haben einen weißen Reflektor und eine strukturierte Plastikscheibe verbaut, die das Licht abdämpfen können. Sie sind auf der Oberseite des Aufsteckblitzes eingebaut und können durch Herausziehen genutzt werden.

Alternativ eignet sich wie oben bereits erwähnt, ein Diffusor zum Überstülpen.

Profis, die sich bei der Einstellung von Kamera und Blitz nicht auf die Automatikfunktionen verlassen möchten, sollten folgende Einstellungsparameter im Hinterkopf behalten.

Die Öffnung der Blende ist entscheidend dafür, wie viel Licht auf das fotografierte Objekt im Vordergrund fällt. Auf die gleiche Weise wirkt sich auch die Intensität des Blitzes auf das Foto auf.

Die an der Kamera verstellbare Verschlusszeit der Blende hat einen Einfluss auf die Belichtung des Hintergrunds. Droht also der Hintergrund zu dunkel zu werden, kann sie einfach verlängert werden.
Dabei kann die Belichtungszeit auch länger sein, als man sie beim Fotografieren ohne Blitz einstellen würde.

Denn durch die Einstellung wird der Fokus auf den Hintergrund gelegt. Der Vordergrund, sprich das Objekt oder die Person, werden durch den Blitz nur für 1/250 Sekunde angestrahlt, so dass sie auch bei einer längeren Verschlusszeit – beispielsweise eine zehntel Sekunde – scharf bleiben.

Die kurze Blitzzeit heißt auch, dass die Verschlusszeit der Blende nicht kürzer als 1/250 Sekunde dauern darf. Denn dann sind die Kamera und der Blitz nicht mehr synchron, was zur Folge hat, dass der untere Teil des Bilds unbeleuchtet und somit dunkel bleibt.

Um den Weißabgleich, also das Anpassen der Einstellungen auf die Farbtemperatur des Umgebungslichts auch beim Blitzen zu optimieren, kannst Du eine Farbfolie vor dem Blitz anbringen.

Bist Du zum Beispiel in einem Raum mit Kunstlicht, kannst du das Licht harmonisieren, in dem Du eine orangefarbene Folie vor dem Blitz anbringst. Je nach Umfeld, in dem Du diese Folien verwendest, kannst Du diesen Effekt auch nutzen, um das ganze Bild in einen bunten Filter zu hüllen.

Systemblitz oder Fremdblitz die Entscheidung hängt von deinen Vorlieben ab.

Aufsteckblitz Yongnuo
Solltest Du nun darüber nachdenken, einen Aufsteckblitz zu kaufen, dann hängt es zunächst von Deiner Experimentierfreudigkeit und von Deinem technischen Verständnis ab, ob Du einen Systemblitz oder einen Zubehörblitz nehmen solltest.

Doch dabei gibt es verschiedene Philosophien: Manche Fotografen empfehlen, sich einen Systemblitz anzuschaffen, der viele Einstellungen vorgibt. So kannst Du Dich Stück für Stück an die Technik und die manuellen Einstellmöglichkeiten heranwagen und lernen, sie zu beherrschen.

Andere finden, dass es sinnvoll ist, zuerst einen Blitz zu benutzen, bei dem Du die Technik verstehen musst, um sie dann richtig einsetzen zu können.

In jedem Fall aber gilt, dass Du Dich mit der Technik und der Funktionsweise auseinandersetzen solltest.

Denn oft liefern die Automatikfunktionen nicht das bestmögliche Foto oder Du willst eine Idee umsetzen, die Dir die Automatik durch die Einstellung, die sie für richtig hält, nicht ermöglicht.

Dann ist es nützlich, wenn Du weißt, was zu tun ist, damit das Foto nach deinen Vorstellungen gelingt.

Für viele Hobby-Fotografen beginnt der Weg zur Profiausstattung mit dem Kauf eines Aufsteckblitzes. Danach sind von der Anschaffung eines besseren Blitzes, über den Kauf eines Ringblitzes bis hin zur Verwendung von Softboxen noch viele Verbesserungen des Equipments möglich.

Spätestens dann solltest Du Dich nicht mehr auf die Automatik verlassen, sondern selber wissen, welche Einstellungen für das Foto am besten sind.

Es kann sich also lohnen, schon früh damit anzufangen, die Fotos nach den eigenen Vorstellungen zu komponieren.

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